„Bei Messi okay, bei Özil nicht?“

Bedarf, Ansatz und Handlungskonzept für den Umgang mit türkeibezogenen Konflikten an Schulen
von Ayzin Akgün 

Politische Entwicklungen spiegeln sich im Klassenraum wider. Und Diskussionen über politische Spannungen zwischen Deutschland und der Türkei beschäftigen auch die Schüler*innen in Berlin. So leitete uns ein Lehrer eine WhatsApp-Nachricht weiter, die unter seinen Schüler*innen kursierte. Sie zeigt ein Foto des Fußball-Stars Lionel Messi zusammen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Darunter stand: „Wenn ein Fußballer ein Foto macht mit dem Massenmörder Netanjahu, dann ist es kein Problem in Deutschland!“ Der Lehrer berichtete, dass die Schüler*innen im WhatsApp-Chat der Klasse über dieses Foto diskutierten, er sei sich aber unsicher, ob und wie er intervenieren solle. Er war überfordert und brauchte Unterstützung. 

Zum Hintergrund: Der damalige deutsche Fußballnationalspieler Mesut Özil und der Nationalspieler Ilkay Gündogan hatten sich mit dem türkischen Staatschef Erdoğan ablichten lassen. Özil wurde daraufhin heftig rassistisch angegriffen. DFB-Präsident Reinhard Grindel sprach von einem „Fehler“ der beiden. Nach der WM 2018 verteidigte Özil seine Fotos mit Erdoğan und erhob auch schwere Vorwürfe gegen deutsche Medien. „Mit schwerem Herzen und nach langer Überlegung werde ich wegen der jüngsten Ereignisse nicht mehr für Deutschland auf internationaler Ebene spielen, so lange ich dieses Gefühl von Rassismus und Respektlosigkeit verspüre“, teilte Özil via Twitter damals mit. 

In so einer Situation fragen wir uns als erstes, wieso Schüler*innen das Bedürfnis haben, die Diskussion um Mesut Özils Foto mit Erdoğan in eine Chat-Gruppe und darüber hinaus in die Schule zu tragen. Was möchte jemand, der/die dieses Foto im Klassen-Chat teilt, damit anderen mitteilen? Was möchte er/sie damit uns, der Gesellschaft, sagen? Vordergründig ist die Aussage: Wenn Messi sich mit Netanjahu abbilden lässt, ist das kein Problem. Wenn aber Özil sich mit Erdoğan fotografieren lässt, ist das ein großer Skandal. Was sagt diese Aussage über den/die Schüler*in selbst? Sieht er/sie hier ein Gerechtigkeitsproblem – dass also die Gesellschaft mit Messi anders umgeht als mit Özil?

Unserer Erfahrung nach wollen Schüler*innen sehr gern in der Schule über solche Probleme sprechen. Sie berichten aber auch von Konflikten mit Lehrer*innen, wenn sie mit ihnen über solche Themen reden. Ihre positiven Bezüge zur Türkei würden dort oft auf Unverständnis stoßen. Sie würden einerseits genötigt, zu politischen Entwicklungen in der Türkei Position zu beziehen, würden aber andererseits aufgrund ihrer politischen Positionierungen verdächtigt, sich zu radikalisieren. Laut den Schüler*innen trifft dies insbesondere dann zu, wenn sie eine positive Haltung zu Erdoğan äußern.

Lehrer*innen andererseits haben oft wenig Wissen über die Türkei und können die politischen Entwicklungen dort nicht gut einordnen. Viele scheuen sich aufgrund von fehlendem Wissen und aus Mangel an Materialien zur Geschichte und Gegenwart der Türkei davor, das Thema aufzugreifen. Darüber hinaus gehen Lehrer*innen davon aus, dass ihre Schüler*innen stark von den politischen Einstellungen ihrer Familien beeinflusst werden. Manche Lehrer*innen sorgen sich darum, dass Schüler*innen „sich islamisieren“ könnten und hinter der „Erdoğan-Diktatur“ stehen würden. Diese Sorgen und Wahrnehmungen wurden und werden uns gegenüber immer wieder auch im Rahmen unserer Workshops geäußert. 

In unserer Projekatarbeit fragen wir ausgehend von dem per WhatsApp verbreiteten Foto von Messi und Netanjahu oder vergleichbaren Fällen: Wie können wir solche umstrittenen Themen auf die Agenda setzen? Wie können wir die Sichtweise der Schüler*innen verstehen? Wie können wir – während wir ihnen Raum geben, ihre Perspektiven zu artikulieren – zugleich Themen wie Demokratie, Menschenrechte, Migration, Identität, Zugehörigkeit und Loyalität mit ihnen diskutieren? Wie können wir solche konfliktbehafteten Themen diskutabel machen, ohne vorhandene Polarisierungen zu fördern?

Dabei ist es sehr hilfreich, dass die Schüler*innen meist den starken Wunsch haben, ihre Perspektiven einzubringen, und dass die Lehrer*innen meist gewillt sind, Lösungswege zu suchen. Wir machen in Bezug auf die Schüler*innen die Erfahrung, dass sie keineswegs Probleme mit ihrer Identität haben, wie sie ist. Problematisch ist für sie vielmehr, wie die Gesellschaft diese sieht. Dieser Widerspruch zeigt sich in der Schule konkret in der Beziehung zu ihren Lehrer*innen. Die Erfahrungen der Schüler*innen machen deutlich, dass ihre Identitätsbezüge von ihren Lehrerkräften nicht positiv gesehen werden. 

Denn wenn in den Medien geführte Debatten über die Türkei in der Klasse zur Sprache kommen, adressieren Lehrer*innen ihre türkeistämmigen Schüler*innen oft als Türk*innen. Häufig aber wissen diese Schüler*innen wenig über die Türkei. Indem sie sie als Türk*innen ansprechen, verweisen die Lehrer*innen überdies auf den Migrationshintergrund ihrer Schüler*innen und stellen damit auch deren deutsche Identität in Frage. Für die Schüler*innen kann dies zur Folge haben, dass sie zu einer Betonung ihrer türkischen Identität gedrängt werden, dass sie erst dadurch an dieser Identität Interesse zeigen oder dass sie sich stärker damit identifizieren. Das wiederum erschwert ihre Mitarbeit in Lernsituationen, weil ihre Beziehung zu den Lehrer*innen hier von Stereotypen und Vorurteilen geprägt ist. 

In unserer pädagogischen Konzeption setzen wir aufgrund dieser Erkenntnisse drei Schwerpunkte: 

A) Informationen zur Geschichte und Gegenwart der türkischen Politik (themenfokussierte Meilensteine der türkischen Geschichte und die Betrachtung ausgewählter – historischer und aktueller – Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven) 

B) Auseinandersetzung mit Identität und Zugehörigkeit der Schüler*innen 

C) Pädagogische Handlungsstrategien, was zu tun ist bzw. wie interveniert werden kann.

Diese drei Blöcke können je nach Interesse, Bedarf und zeitlichen Rahmenbedingungen unterschiedlich intensiv behandelt werden. Daher haben wir verschiedene Versionen unseres Konzepts entworfen. 

Ein Konzept für die Migrationsgesellschaft

Der Umgang und die Thematisierung von türkeibezogenen Konflikten ist aus unserer Sicht von großer Relevanz. Es geht dabei weniger darum, sich mit der Türkei oder mit türkischen Identitäten aueinanderzusetzen. Vielmehr geht es um ein Verständnis von durch Migration und demografischen Wandel geprägten neuen deutschen Identitäten. Schon heute ist die Klassenzusammensetzung in den Schulen in deutschen Städten stark von Schüler*innen mit Migrationsgeschichte geprägt. Und die Tendenz ist steigend. Das ist die Zukunft unserer Gesellschaft. Ein Bekenntnis zur Migrationsgesellschaft – und damit auch die Wertschätzung vielfältiger Identitätsentwürfe als heutige Normalität und als Zukunftsvision unserer Gesellschaft – ist unabdingbar für den sozialen Frieden. Davon sind wir alle herausgefordert, nicht nur junge Leute mit Migrationsgeschichte.


Über die Autorin
Ayzin Akgün ist Bildungskoordinatorin bei BAYETAV – der Bir Arada Yaşarız Stiftung für Bildung und Sozialforschung in Izmir / Türkei. Von 2017 bis 2019 war sie Bildungsreferentin bei der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus KIgA im Projekt „Verstehen – Handeln. Umgang mit türkeibezogenen Konflikten an Schulen“. Sie hat auch als Lehrerin gearbeitet. 

Grauzone Graue Wölfe – Handlungsstrategien im Umgang mit der ultranationalistischen Ülkücü-Bewegung

Das Projekt verfolgt das Leitziel, den Fachkräften der Jugendbildung in Schulen und der Jugendsozialarbeit Kompetenzen und Handwerkszeug zu vermitteln, um mit dem in der BRD wenig bekannten demokratiegefährdenden, türkischen Ultranationalismus präventiv-pädagogisch umzugehen. 

Die Hauptzielgruppe des Projekts sind Multiplikator*innen, also Fachkräfte der Jugendbildung in Schulen und der Jugendsozialarbeit. Sie werden in ihrer Arbeit mit den Schüler*innen/Jugendlichen immer wieder mit Konflikten konfrontiert, die aus türkischem Ultranationalismus resultieren.

Folgende Maßnahmen werden umgesetzt:

Arbeitsfelder und Projektbausteine

1. Pädagogische Handlungsstrategien

• Fortbildung für Lehrkräfte und Jugendsozialarbeiter*innen: Um den pädagogischen Fachkräften Handlungsoptionen für die Auseinandersetzung mit der ultranationalistischen Graue-Wölfe-Bewegung zu vermitteln, werden wir ein ganztägiges Fortbildungsseminar konzipieren, das die pädagogischen Akteure für das Thema sensibilisiert und Handlungsoptionen aufzeigt. 

• Regionale Fortbildungen in Berlin und anderen Bundesländern: Das entwickelte Konzept wird in Form von zwei regionalen Fortbildungen in Berlin und Hamburg mit ca. 20 teilnehmenden Fachkräften durchgeführt.

• Entwicklung von neuen innovativen Bildungsmodulen für Schüler*innen: Ergänzend zu den Maßnahmen für Pädagogen werden im Projekt Workshop-Konzepte zur Sensibilisierung für türkischen Ultranationalismus bei Schüler*innen entwickelt und in Schulen in Berlin und anderen Bundesländern erprobt. 

2. Beratung

• Bundesweite Beratungsangebote für Schulen und Jugendhilfe: Bundesweit werden Akteure aus den Schulen und der Jugendhilfe beraten. Projektmitarbeiter*innen stehen sowohl online und telefonisch als auch in Präsenz für Fragen rund um den türkischen Ultranationalismus in Deutschland zur Verfügung. 

3. Kompetenzentwicklung und Verbreitung

• Netzwerk- und Qualifizierungsprogramm: Es wird ein Netzwerk- und Qualifizierungsprogramm für Berater*innen konzipiert, damit sie nach der Qualifizierung in ihren jeweiligen Regionen Schulen und Jugendhilfe zum türkischen Ultranationalismus beraten können. 

• Expertise zum Monitoring: Im Projekt wird eine Expertise für ein Monitoring-Konzept zur Beobachtung, Erfassung und Dokumentation der türkisch-ultranationalistischen Ülkücü-Bewegung „Graue Wölfe“ entwickelt. 


Dieses Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend .

Demandi – Demokratieentwicklung & Antidiskriminierung in Berliner Berufsschulen

Im Projekt Demandi wollen wir gemeinsam mit Berliner Berufsschulen die Demokratie stärken und Diskriminierung abbauen. 

In Berufsschulen und Betrieben gibt es ähnliche Probleme wie draußen in der Gesellschaft. Es gibt immer wieder Fälle, in denen Schüler*innen, aber auch Lehrer*innen und weitere pädagogische Fachkräfte Diskriminierung erleben. Das kann sich ganz unterschiedlich zeigen: 

  • durch Ausgrenzung,
  • unfaire Behandlung,
  • beleidigende Sprüche,
  • in Verletzungen mit Worten und mit Taten.

Dabei kann es um Vorfälle gehen, in denen Einzelne sich diskriminierend äußern oder verhalten. Aber oft geht es auch darum, wie alles organisiert ist, wer Bescheid weiß, wer beteiligt, gefragt oder gehört wird und wer nicht.DemokratieundAntidiskriminierunggehören daher unbedingt zusammen. 

Diejenigen, die selbst keine Diskriminierung erleben, merken häufig nicht, wenn Diskriminierung stattfindet. Und es wird selten darüber gesprochen. Falls Diskriminierung dann trotzdem zum Thema wird, ist oft unklar, wie damit umgegangen werden soll. Es stellen sich wirklich viele Fragen:

Auf welche Weise kann darüber gesprochen werden?

Und mit wem?

Welche verschiedenen Formen von Diskriminierung gibt es?

Wie können Betroffene unterstützt werden?

Wie kann Diskriminierung in Zukunft besser erkannt und verhindert werden?

Mit dem ProjektDemandiwollen wir Pädagog*innen und Schüler*innen in Berliner Berufsschulen unterstützen, solchen Fragen auf den Grund zu gehen, weitere Fragen zu stellen und mögliche Lösungswege zu finden.

Dafür bieten wir Einiges an:

  • Fortbildungen für Lehrer*innen und alle weiteren pädagogischen Fachkräfte
  • Fortbildungen für Schüler*innen
  • Empowerment-Workshops für Pädagog*innen mit Rassismuserfahrungen
  • Empowerment-Workshops für Schüler*innen mit Rassismuserfahrungen
  • Unterstützung beim Aufbau von Initiativgruppen in einzelnen Berufsschulen (z. B. multiprofessionelle Teams in Zusammenarbeit mit Schüler*innen)
  • Vernetzung von Initiativgruppen mehrerer Berufsschulen
  • Unterstützung und Begleitung von längerfristigen Schulentwicklungsprozessen
  • Und was sich aufgrund des Bedarfs einzelner Berufsschulen sonst noch ergeben kann …

Aktuelle Angebote und Termine (Klick auf die Pfeile zeigt alle Details)

Empowerment-Workshops für pädagogisches Personal mit Rassismuserfahrungen

Workshops für Pädagog*innen aller Berufsgruppen aus verschiedenen Berliner Berufsschulen/OSZs

Diese Workshops bieten einen geschützten Raum für Austausch und Stärkung. In der ersten Veranstaltung lernen sich die Teilnehmenden kennen. Sie tragen relevante Themen zusammen und klären miteinander, was für sie wichtig ist. Im zweiten Teil geht es um den Austausch über konkrete Rassismuserfahrungen im Schulalltag und die gemeinsame Entwicklung von möglichen Umgangsstrategien.

Durchführendes Team: Tara Hawk und Tschingis Sülejmanov

Es handelt sich um zwei aufeinander aufbauende Veranstaltungen. Interessierte melden sich bitte für beide Termine an: 
17.04 und 24.04.2024 oder
13.06. und 20.06.2024
jeweils 14–18 Uhr

Ort: Eventraum im „Tenur“, Reichenberger Str. 147, 10999 Berlin 

Anmeldung über diese Links, falls Sie eine Fortbildungsbescheinigung der Senats­verwaltung wünschen
17.04./24.04.24: fortbildungen.berlin/training/118806
13.06./20.06.24: fortbildungen.berlin/training/118807

Ansonsten über anmeldung@demandi.info

Organisatorische & inhaltliche Absprachen
tschingis.suelejmanov@demandi.info

Hinweis: Dieser Workshop richtet sich ausschließlich an Menschen mit persönlichen Rassismuserfahrungen. Wer sich allgemein für Rassismus oder Antidiskriminierung interessiert, kann den Workshop „Diskriminierung, Diversität und ich“ besuchen.

„Diskriminierung, Diversität und ich“ Basisworkshop (No.1)

Macht- und diskriminierungskritische Workshops für Pädagog*innen aller Berufsgruppen aus verschiedenen Berliner Berufsschulen/OSZs

In diesen Workshops setzen sich die teilnehmenden Pädagog*innen mit Strukturen und Wirkweisen von Diskriminierung auseinander und werden ermutigt, ihre eigenen Vorurteile und Privilegien zu reflektieren. Daran anknüpfend geht es darum, diskriminierende Situationen und Strukturen im Schulalltag zu erkennen und zu überwinden. Hierfür erarbeiten die Teilnehmenden erste konkrete Handlungsoptionen.

Durchführendes Team
Nina Arens-Can, Kerem Atasever und Tschingis Süleymanov

Diese Termine stehen zur Auswahl (jeweils 14–18 Uhr)
Fr., 26.04.2024
Do., 16.05.2024
Mi., 22.05.2024
Do., 20.06.2024
Do., 12.09.2024
Do., 26.09.2024
Do., 28.11.2024

Weitere Infos & Anmeldung
26.04.2024: fortbildungen.berlin/training/119199
16.05.2024: fortbildungen.berlin/training/119201
22.05.2024: fortbildungen.berlin/training/119200
20.06.2024: fortbildungen.berlin/training/119202

Für die Termine im September/November stehen noch keine Anmeldelinks der Senatsverwaltung zur Verfügung (im April), bitte melden Sie sich für diese Fortbildungen per E-Mail unter anmeldung@demandi.info an.

Ort: Eventraum im „Tenur“, Reichenberger Str. 147, 10999 Berlin 

Organisatorische & inhaltliche Absprachen
nina.arens-can@demandi.info

„Diskriminierung, Diversität und ich“ Vertiefungsworkshop (No.2)

Nachdem sich die Teilnehmenden im Basisworkshop den Strukturen und Wirkweisen von Diskriminierung angenähert haben, geht es im zweiten Workshop verstärkt um die eigenen erlernten Bilder und Zuschreibungsmechanismen, die unser Denken und Handeln unbewusst prägen. Auf dieser Basis wenden wir den Blick noch differenzierter auf kritische Situationen im Schulalltag und beleuchten, an welcher Stelle es sich um Diskriminierung handelt und wo nicht. Im Anschluss werden anhand konkreter Beispiele Handlungsoptionen erprobt und gemeinsam reflektiert.

Durchführendes Team
Nina Arens-Can, Kerem Atasever und Tschingis Süleymanov

Diese Termine stehen zur Auswahl (jeweils 14–18 Uhr)
Do, 27.06.2024
Do., 05.12.2024
Mi., 11.12.2024

Weitere Infos & Anmeldung
Anmeldung über die Senatsverwaltung
(die Links dafür folgen im April) oder über: anmeldung@demandi.info.

Ort: Eventraum im „Tenur“, Reichenberger Str. 147, 10999 Berlin 

Organisatorische & inhaltliche Absprachen
nina.arens-can@demandi.info

Empowerment für Schüler*innen mit Rassismuserfahrungen

für Schüler*innen aus Berliner Berufsschulen/OSZs

  • Genug von rassistischen Sprüchen?
  • Genervt, dauernd gefragt zu werden, woher Du „eigentlich“ kommst?
  • Keine Lust mehr, als „anders“ gelesen zu werden?
  • Bock auf faire Behandlung?
  • Interesse an Austausch mit Schüler*innen, denen es ähnlich geht?
  • Mal einen Safe Space ausprobieren?

Dann komm zum empowerment-Treffen!

Hier kommst Du mit Schüler*innen zusammen, die ähnliche Erfahrungen machen wie Du!

Hier entscheidest Du selbst, worüber Du reden möchtest!

Hier geht es um Stärkung und neue Ideen!

Falls Du Interesse hast, melde Dich bei Tara Hawk oder Tschingis Sülejmanov. Dann erfährst Du, wann und wo das nächste Treffen stattfindet:

Tara Hawk
tara.hawk@demandi.info
0176-85391607 (WhatsApp, Signal, Telegram)

Tschingis Sülejmanov
tschingis.suelejmanov@demandi.info
0151-11239838 (WhatsApp, Signal, Telegram)

Was heißt „Empowerment“?
Das Wort „Empowerment“ ist Englisch. Es bedeutet: 

  • sich selbst stark machen und stark fühlen,
  • selbstbewusst handeln,
  • sich in der Gruppe gegenseitig stark machen und unterstützen,
  • für die eigenen Rechte kämpfen, 
  • und sich gegen Diskriminierung wehren.

„Empowerment“ spricht man: „Impauerment“

Quelle: adis e.V.

„Diskriminierung, Diversität und ich“

Workshops zu Diversität und Antidiskriminierung für Schüler*innen einer Berufsschulklasse

In diesen Workshops geht es darum, was Diskriminierung genau bedeutet und welche Arten von Diskriminierung es gibt. Wir werden gemeinsam erkunden, wo Diskriminierung überall stattfindet und wie sie sich auf Menschen auswirken kann.  Ziel ist, dass die teilnehmenden Schüler*innen Diskriminierungen im Alltag (in der Berufsschule oder auch im Betrieb) besser erkennen und gemeinsam Ideen entwickeln, was sie dagegen tun können.  

Durchführendes Team
Nina Arens-Can, Kerem Atasever und Tschingis Süleymanov

Termine:
Freitag, 12. April 2024, 9–15 Uhr
Mittwoch, 24. April 2024, 9–15 Uhr
Freitag, 24. Mai 2024, 9–15 Uhr
Freitag, 31. Mai 2024, 9–15 Uhr

Ort: jeweils in der Schule der angemeldeten Klasse 

Anmeldunganmeldung@demandi.info

Organisatorische & inhaltliche Absprachen:
nina.arens-can@demandi.info

AB JETZT: INITIATIVGRUPPEN in einzelnen Berliner Berufsschulen

Unsere gezielten (kostenfreien) Angebote für die Initiativgruppen umfassen:

  • Bedarfsgerechte Fortbildungen (berufsschulübergreifend) 
  • Teamentwicklung für eine gute Zusammenarbeit der beteiligten Lehrer*innen, Fachkräfte und Schüler*innen 
  • Begleitung der Initiativgruppen bei der Entwicklung und Umsetzung von Zielen und Projektideen
  • Beratung und Unterstützung bei der möglichen Überführung von erfolgreichen Projekten in längerfristige Entwicklungsvorhaben
  • Vernetzung und Austausch zwischen Initiativ­gruppen verschiedener Berufsschulen
  • Und was sich aufgrund des Bedarfs einzelner Berufsschulen sonst noch ergeben kann … 

Basis dieser Initiativgruppen können Lehrer*innen und Fachkräfte verschiedener Berufsgruppen bzw. multiprofessionelle Teams in Ihrer Schule sein, die sich als Ganzes oder in Teilen auf den Weg machen, um diskriminierende Situationen und Strukturen anzugehen und demokratische Prozesse in ihrer jeweiligen Schule voranzubringen – und zwar gemeinsam mit engagierten Schüler*innen.    

Wir unterstützen diese Initiativgruppen bei der Entwicklung von Projekten, die als kleine „Pflänzchen“ starten und zu größeren nachhaltigen Schulentwicklungsprozessen anwachsen können – je nachdem, was für die einzelne Schule wichtig und möglich ist.

Interessenbekundungen bitte schriftlich bis zum 25. April 2024 an:
dorothea.schuetze@demandi.info 

Nach der Kontaktaufnahme kann ein erstes Kennenlerngespräch stattfinden: am Telefon, online oder vor Ort in Ihrer Schule. Dann schauen wir gemeinsam, was für Ihre Schule am besten passt. Und sollten Sie nach diesem Gespräch weiterhin Interesse haben, geht es ab Mai 2024 mit den unterstützenden Aktivitäten los.


IBIM e.V. arbeitet seit August 2023 mit I.D.E – Institut für Demokratieentwicklung zusammen:

Ein wesentlicher Arbeitsschwerpunkt des I.D.E liegt in der „Demokratischen Schulentwicklung“ einem spezifischen Organisationsentwicklungskonzept, bei dem es um den Auf- bzw. Ausbau von demokratischen Strukturen und Gestaltungsräumen geht. Dieser Schulentwicklungsansatz soll den Dialog unter schulischen Akteur*innen fördern, positive Demokratieerfahrungen ermöglichen und präventiv gegen demokratiefeindliche Tendenzen in der Gesellschaft wirken. Wesentlich hierfür sind ein diskriminierungskritisches Vorgehen sowie der Abbau möglicher Barrieren, um eine größtmögliche Beteiligung und Vielfalt an Perspektiven in den schulischen Entwicklungsprozessen zu gewährleisten.
www.ide-berlin.org


Das ProjektDemandiwird durch die „Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung“ in Berlin im Rahmen des „Landesprogramms gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus“ gefördert.